Arbeitsgemeinschaft Balneologie, Physiotherapie, Rehabilitation und Akupunktur
in der Frauenheilkunde e. V. in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)

Über uns

Ziele und Aufgaben

Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist die Förderung der Balneologie, Physiotherapie, Rehabilitation und Akupunktur in der Frauenheilkunde unter besonderer Berücksichtigung der Lehre und Forschung. Wir organisieren und unterstützen Tagungen, Kongresse und Forschungsvorhaben und führen Studien zur Gynäkologischen Balneologie, Physiotherapie, Rehabilitation und Akupunktur durch. Wir unterstützten solche Studien beratend, fördernd und koordinierend.
Wir fördern Veranstaltungen im Rahmen der Aus-, Fort- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Balneologie, Physiotherapie, Rehabilitation und Akupunktur in der Frauenheilkunde. Wir sind eine wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und streben eine Kooperation mit anderen Gesellschaften, die ähnliche Zielsetzungen haben, an. Wir beraten den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe auf diesem Gebiet und fördern die Kooperation mit Wissenschaftlern und Therapeuten, die auf diesen Gebieten tätig sind.
Den Inhalten der Arbeitsgemeinschaft entsprechend finden regelmäßig Veranstaltungen zu den Themen "Balneologie", "Physiotherapie", "Rehabilitation" und "Akupunktur" statt.

Balneogynäkologie und Peloidforschung

Die Balneogynäkologie hat als Ergänzung zu operativen und medikamentösen Therapieformen in der Frauenheilkunde eine lange Tradition.
Auf dem Gebiet der Peloidtherapie ist der Arbeitsgemeinschaft vor allem die Erforschung der chemischen und pharmakologischen Wirkungen von Badetorf ein Anliegen. Während bislang die thermischen Wirkungen des Badetorfes allein für die therapeutischen Effekte verantwortlich gemacht wurden, geht es aufgrund neuerer Foschungsergebnnisse (vgl. Veröffentlichungen) um eine neue Sichtweise in Bezug auf Badetorf und seiner qualitätsbezogenen Anwendung in der Medizin.
Einige deutsche Moorheilbäder, besonders Frauenheilbäder, haben bereits ihren Torf auf die Qualitätskriterien untersuchen lassen, sodass die dort tätigen Badeärzte bereits eine selektive Moortherapie mit hohem Qualitätsstandard durchführen können und die Kurorte eine klares Wirkprofil ihres Torfes vor Augen haben (vgl. Projekte. Heilmittel).

Akupunktur

Auf dem Gebiet der Akupunktur veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft regelmäßig Tagungen zu aktuellen Themen und weist damit immer wieder auf die Bedeutung der Akupunktur für die Frauenheilkunde hin.
Über die Schmerzbehandlung hinaus gibt es zahlreiche weitere Krankheitsbilder, die in China seit Jahrhunderten mit Akupunktur behandelt werden, wie u.a. gynäkologische Erkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen.

Historische Entwicklung der Balneogynäkologie und der Sektion/Arbeitsgemeinschaft

1927 wurde in der Medizinischen Fakultät der Universität München der erste Lehrstuhl für Balneologie eingerichtet, mit Prof. Dr. G. Böhm, später sein Nachfolger Prof. Dr. H. v. Braunbehrens.

1937 wurde durch Prof. Dr. C. J. Gauss, Würzburg, und Prof. Dr. H. Siebke, Bonn, eine balneogynäkologische Abteilung gegründet und aufgebaut.

1941/1942 erfolgte die Gründung und der Aufbau eines Frauenheilbades in Bad Klosterlausnitz durch Prof. Dr. G. Döderlein, mit gleichzeitiger Einführung der Balneogynäkologie.

1952 gründete Doz. Dr. H. Baatz in Bad Pyrmont eine balneogynäkologischen Praxis und erhielt vom Niedersächsischen Finanzministerium einen Forschungsauftrag mit Einbeziehung der Sole- und Moortherapie.

1966 gründete Baatz eine balneogynäkologische Abteilung des Verbandes Deutscher Badeärzte im Deutschen Bäderverband in Bad Oeynhausen.

1971 kam es in Würzburg zur Gründung des Arbeitskreises Gynäkologischer Balneotherapie des Verbandes Deutscher Badeärzte (Dr. K. Nommensen).

1980 wurde auf Anregung von Baatz die Sektion Balneogynäkologie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe unter Präsidentschaft von Döderlein und seinem Nachfolger Prof. Dr. H. Schwalm, gegründet. Baatz wurde der erste Leiter dieser Sektion, gefolgt von Prof. Dr. J. Schneider, Hannover (1982-1992), von Prof. Dr. M. Mesrogli (1992-1994) und von Dr. W. Kauffels, Hannover (1994-1999).

Seit 1999 leitet PD Dr. A.-M. Beer, Hattingen/Bochum die Arbeitsgemeinschaft. Um dem Wandel in der Gesellschaft Rechnung zu tragen und die Interessen der Balneogynäkologie weiterhin wirkungsvoll vertreten zu können wurde unter seinem Vorsitz die Sektion "Gynäkologische Balneotherapie, Physiotherapie und Rehabilitation" in die Organisationsform eines eingetragenen Vereins mit dem Namen "Arbeitsgemeinschaft Balneologie, Physiotherapie, Rehabilitation und Akupunktur in der Frauenheilkunde e. V. in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)" umgewandelt. Gleichzeitig wurden auf Wunsch des damaligen Präsidenten der DGGG, Prof. Dr. H. Bender, auch Frauenärzte, die Akupunktur anwenden, zur Mitgliedschaft eingeladen. So war erstmals auch die Akupunktur in einer wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft offiziell im Titel der Gemeinschaft in der DGGG vertreten.

Durch die Kooperation der Sektion/Arbeitsgemeinschaft mit den Frauenheilbädern konnten an ausgewählten deutschen Universitäten (Düsseldorf, Hannover, München etc.) regelmäßig im Rahmen der gynäkologischen Hauptvorlesungen Vorträge und Praktika, meist verbunden mit Besuch der Studierenden der umliegenden Frauenheilbäder, durchgeführt werden. Dies änderte sich mit der 9. Revision der Approbationsordnung für Ärzte i. d. F. vom 27.6.2002 die am 1. Oktober 2003 in Kraft getreten ist. Sie hat den neuen obligatorischen Querschnittsbereich "Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren" geschaffen (QB12). Eine bundeseinheitliche curriculare Ausgestaltung in diesem neuen Querschnitts­bereich liegt bislang nicht vor, so dass jede Universität formal und inhaltlich einen gewissen Gestaltungsfreiraum hat, den sie je nach vorliegenden Kompetenzen und Ressourcen seitens des Lehrkörpers ausgestalten kann. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Inhalte der Rehabilitation, Physikalischen Medizin und Akupunktur an den meisten Universitäten gelehrt werden. Inwieweit die Balneogynäkologie inhaltlich vertreten ist lässt sich derzeit nicht abschätzen, da die inhaltlichen Angebote in diesem Querschnittsbereich an den Universitäten noch sehr heterogen sind und nicht überall entsprechende Dozenten, die diese Thema lehren könnten zur Verfügung steht. Balneogynäkologische Inhalte werden derzeit an der RWTH Aachen und der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen des QB 12 gelehrt.

Von den ca. 260 deutschen Heilbädern haben 60 die Indikationen "Frauenleiden" in ihrer Heilanzeige. Insgesamt sind dort jedoch nur ca. 30 gynäkologische Fach- bzw. Badeärzte tätig. Für die gynäkologische Rehabilitation, die mit 1% Anteil an allen Kurmaßnahmen an 4. Stelle hinter der internistischen, psychosomatischen und orthopädischen Rehabilitation rangiert, stehen in Deutschland ca. 500 Betten zur Verfügung. Über 30% der notwendigen gynäkologischen Rehabilitation wird derzeit fachfremd vor allem in psychosomatisch orientierten Kliniken durchgeführt.

Daher entstand auf Drängen der Sektion in den Jahren 1990 bis 1995 die erste balneogynäkologische Fachklinik, die Park-Klinik Bad Kissingen GmbH, Fachklinik für Gynäkologische Rehabilitation, Prävention und Anschlussheilbehandlung, unter der Leitung von Dr. A.-M. Beer. Bedingt durch die damalige Kur- und Rehakrise mußte diese 200 Betten Klinik 1997 bereits wieder aufgrund der seiner Zeit nicht gewünschten Spezifität geschlossen werden.

Seit 1997 werden balneogynäkologische Anwendungen in der Abteilung für Naturheilkunde der Klinik Blankenstein, Hattingen regelmäßig durchgeführt.

Vorstand


PD Dr. med. A.-M. Beer
1. Vorsitzender
Hattingen
Dr. med. Elke Tuschen-Bürger
Dr. med. Elke Tuschen-Bürger
2. Vorsitzende
Bretten

Dr. med. Reinhard F. Baumbach
Schatzmeister
Viersen
Dr. med. Tamme Goecke
Dr. med. Tamme Goecke
Schriftführer
Erlangen